An alle Vor-Gründer: Kündigen Sie nicht. Jedenfalls nicht so schnell.

Es ist schon interessant, auf welche Infos Facebook meint, meine Aufmerksamkeit richten zu müssen: meist handelt es sich um Blog-Artikeln, wo es darum geht, dass man keine weitere Minute damit vergeuden soll an den uncoolen „9am to 5pm“ Job angekettet zu bleiben, sondern der eigenen Leidenschaft folgen sollte – falls man einer der Glücklichen ist, eine solche bei sich identifiziert zu haben. Nach dem Motto „Arbeitest Du noch oder lebst Du schon?“

Die Rebellion gegen das Normale und Althergebrachte ist beinahe schon üblich und wird zu Mainstream. „Du hast keine Leidenschaft? Hast Du denn nicht das Video von Simon Sinek „Start with Why“ gesehen?..“ Manchmal hat man das Gefühl sich rechtfertigen zu müssen, dass man ab und an auch Gefallen an Routine findet. Routine ist meiner Meinung nach nichts anderes als meine ganz persönliche Tradition, die einfach noch nicht so alt ist, um als solche bezeichnet zu werden.

In diesem Artikel soll es nicht darum gehen, wie man die eigene Leidenschaft entdeckt oder eine effektive Routine etabliert (siehe dazu den „Klassiker“ von Steven Covey). Was ich möchte ist, dass Sie – wenn es Ihre aktuelle Situation ist – sich in Ihrem „9am to 5pm“ Job wieder wohler fühlen. Das soll nicht heißen, dass es sich nicht mal ändern soll! Aber Selbständigkeit gibt es in unterschiedlichen Formen und eine davon ist: die Verantwortung für das eigene Glücklichsein am aktuellen Ort des Geschehens zu übernehmen, an Ihrem Arbeitsplatz.

Eine Kurz-Anleitung dazu habe ich teilweise dem Buch „Fish!“ von Stephen C. Lundin entnommen:

1. Choose Your Attitude. Nicht banal, sondern essentiell. Bewußtwerdung ist der Schlüssel für jede Veränderung. Mit unserer miesen Laune im Job tun wir uns selbst am meisten weh. Nicht dem Chef oder den Kollegen, diese sind wiederum nur mit sich selbst beschäftigt. Versuchen Sie sich den Moment, wo Sie zum Meckerer werden, zu merken. Was sagen Sie sich in diesem Augenblick? Stoppen Sie diesen Gedanken und ersetzen Sie ihn durch einen anderen – Sie haben die absolute Macht hier!

2. Play. Wenn Sie darüber nachdenken werden Sie feststellen, dass jede Firma ein großer Spielplatz ist. Viele Ihrer Kollegen oder Ihr Chef verhalten sich vielleicht oft wie Kinder. Warum dann nicht den Arbeitsplatz als solchen auch betrachten? Wenn Sie ein Buchhalter sind – wie wäre es mit einem Schild „Vorsicht – erwachsene Kinder!“ an Ihrer Büro-Tür? Oder wie wäre es mit dem Wettbewerb „Witz des Monats“ in der Abteilung? Oder mit einem Aquarium in der Kaffee-Küche?

3. Bereite anderen Freude. Nehmen Sie sich vor, jeden Tag einem Ihrer Kollegen etwas Gutes zu tun: ein Kompliment. Eine Tasse Kaffee. Dokumente aus dem Drucker holen. Sie werden merken, wie sich Ihre Laune bessert auch ohne dass sich Ihre Kollegen bei Ihnen überschwänglich bedanken. Ob Sie zur Gegenleistung bereit sind, überlassen Sie den Anderen. Es geht hier in erster Linie um Sie und wie Sie Ihren Arbeitsalltag verbessern können.

4. Sei präsent. Erlauben Sie es sich, wieder neugierig zu sein. Warum ticken Ihre Kollegen oder Ihr Chef oder Ihre Kunden so, wie sie ticken? Was für eine Persönlichkeit steckt hinter Ihrem Verhalten? Erlauben Sie sich und anderen mehr Menschlichkeit. Schenken Sie Ihren Partnern und Kollegen Ihre volle Aufmerksamkeit. Das werden diese merken und – ob auf bewußter oder unbewußter Ebene – Ihnen dafür dankbar sein.

In diesem Sinne – frohes (Er-) Schaffen! 🙂

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Auch wenn nicht! – ich freue mich über Ihr Feedback!

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