Wo soll man als junger Unternehmer netzwerken? Drei Vorschläge.

netzwerken für alleAuf Aufrufe zu netzwerken trifft man überall: Frauen sollen netzwerken, um in Unternehmen Karriere machen zu können. Am besten gleich mit männlichen Mentoren, damit sie, wenn nicht gleich die Frau im Old Boys Network willkommen heißen, dann zumindest durch regelmäßige Konversationen mit weiblichen Kolleginnen feststellen, dass sie den männlichen in Nichts nachstehen, obwohl ihnen manchmal tiefergehende Kenntnisse in Fußball oder Golf fehlen. Männer sollen netzwerken, um neue Kontakte zu knüpfen und auf diese Weise den einen oder anderen neuen Kunden zu bekommen. Denn wir kaufen nur von jemandem, den wir mögen und dem wir vertrauen. Deshalb würden die Brand-Zwieback mit dem Foto von Dominique Strauß-Kahn vermutlich nicht gut laufen…

Wollen auch Sie mehr Kontakte, potenzielle Kunden und Aufträge? Wenn man nicht gerade ein Politiker ist und somit automatisch zu vielen Veranstaltungen eingeladen wird, soll man selbst aktiv werden und sich überlegen, wo man netzwerken kann. Nun ist das natürlich von Branche zu Branche unterschiedlich: ein plastischer Chirurg wird sein Netzwerk woanders aufbauen wollen als ein Musiklehrer. Ich möchte Ihnen drei Organisationen vorstellen, die branchenunabhängig und für jeden offen sind. Insbesondere für junge Gründer und Unternehmer, die ihr Netzwerk noch nicht etabliert haben, lohnt es sich bei allen drei „vorbeizuschauen“ um festzustellen, ob sich aus diesen Events fruchtbare Kontakte ergeben.

1. BNI, Business Network International: BNI ist ein Unternehmernetzwerk für Geschäftsempfehlungen. In den USA gegründet, gibt es BNI seit 2003 auch in Deutschland. In der D/A/CH Region gibt es an 330 Gruppen, ob sich bei Ihnen in der Nähe eine Gruppe (auch Chapter genannt) findet, erfährt man hier. Die Meetings finden meist morgens um 7 Uhr statt und dauern ca. 2 Stunden. Der Ablauf sieht so aus, dass jeder der Teilnehmer 60 Sekunden Zeit hat sich zu präsentieren und die gewünschte Kundschaft zu beschreiben. Danach werden von den Mitglieder Empfehlungen ausgetauscht: jedes Mitglied ist verpflichtet, mindestens eine Empfehlung pro Meeting mitzubringen. Frühstück gibt’s gratis dazu. Wer längere Zeit nicht „performt“ wird ausgeschlossen. BNI sieht sich nicht nur als hilfreiches Vertriebstool sondern auch als Netzwerk zum Wissensaustausch und Freundschaften schließen. Ich habe für mich feststellen müssen, dass die Atmosphäre von BNI nicht meiner Business-Einstellung entspricht, empfehle aber jedem, das mal selbst auszuprobieren – ich habe von vielen geschätzten Kollegen sehr viel Positives über BNI gehört. Ein erster Besuch als Gast ist kostenlos und unverbindlich.

2. Die Wirtschaftsjunioren: Über sich selbst sagen z.B. Die Wirtschaftsjunioren Karlsruhe (meine Stadt 😉 ) – „Wir sind ein Kreis junger, selbständiger Unternehmer und angestellter Führungskräfte im Alter bis zu 40 Jahren.“ Unter dem Dach der IHK steht bei WJ im Vordergrund gesellschaftspolitisches Engagement – man erwartet von Gästen und Mitgliedern rege Beteiligung an aktuellen Projekten, die von Events an Schulen reichen können bis zur Verleihung von Awards an familienfreundliche Unternehmen. Es gibt sechs Arbeitskreise zu unterschiedlichen Themen, wie z.B. Bildung und Wirtschaft, Politik oder Internationale Kontakte. Man trifft auf coole, engagierte, junge Menschen mit unterschiedlichstem professionellem Background und dem Willen, einen relevanten Beitrag zu leisten. Dadurch ergeben sich interessante Kontakte, die eventuell dann auch mal zu einem Auftrag führen können. Die Stimmung bei den WJ ist viel entspannter und lockerer als in dem für meinen Geschmack bierernsten BNI, aber auch hier gilt – am besten selbst ausprobieren!

3. Toastmasters: „Toastmasters International ist eine 1924 in den USA gegründete Non-Profit-Organisation zur Förderung der Kunst des öffentlichen Redens, der effektiven Kommunikation sowie der Menschenführung.“, weiß Wikipedia. Ob es in Ihrer Stadt einen Club gibt und wo die Meetings stattfinden erfahren Sie hier. Alle Meetings sind offen und man ist als Gast immer willkommen. Es gibt verschiedene Clubs für unterschiedliche Sprachen, in Deutschland meist Deutsch und Englisch. Die Agenda ist vor-definiert: es gibt meist zwei bis drei vorbereitete Reden, die dann von erfahrenen Evaluators beurteilt werden. Toastmasters vermitteln nicht nur die Basics der Präsentationstechniken sondern stellen auch eine tolle Plattform zum Üben von eigenen Pitches dar. Dadurch, dass die meisten Clubs langjährige Mitglieder haben, kann man sicher sein, hier wertvolles und konstruktives Feedback zu bekommen. Bei den Toastmasters engagieren sich in der Regel Menschen, die selbst in Ihrem Berufs- oder Privatleben sehr aktiv sind. Daher können die Clubs neben dem Übungseffekt auch mit interessanten Kontakten aufwarten. Insbesondere die internationalen Wettbewerbe sind eine gute Gelegenheit, auf spannende Persönlichkeiten aus aller Welt zu treffen. Ich möchte meinen Karlsruher Club von Toastmasters International nicht mehr in meinem Leben missen!

Berichten Sie mir gern von Ihren Erfahrungen mit Netzwerken – was hat für Sie funktioniert? Was war ein Reinfall?

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